Auffälligkeiten der Makula erkennen und professionell dokumentieren

Die Unterschung an 33 Orten im Gesichtsfeld dauert ca. 3 Minuten.
Nach Abschluss der Messungen (100% und 10% Kontrast) kann das Messprotokoll gespeichert oder ausgedruckt werden.

DIE VORBEREITUNG

Einstellung der Test-Software und des Messplatzes

Kalibrierung des Tests
Bei Inbetriebnahme des Macular Mapping Tests (MMT 2.0) muss die Größe des Wagenrades kalibriert werden. Klicken Sie dazu auf die Schaltfläche „Kalibrierung“, messen Sie anschließend mit einem Lineal den Durchmesser der kreisförmigen weißen Displayfläche und tragen Sie diesen Wert in cm in das dafür vorgesehene Feld ein.

Beleuchtungsbedingungen
Bitte positionieren Sie den Messbildschirm im Untersuchungsraum in der Art und Weise, dass keine Spiegelungen durch störende Lichtquellen auftreten. Alle Messungen sind unter tageslichtähnlichen Lichtverhältnissen und stets maximal eingestellter Bildschirmhelligkeit durchzuführen.

Firmen- bzw. Praxisanschrift
Sie haben die Möglichkeit Ihre Firmen- bzw. Praxisanschrift auf dem Ergebnisprotokoll mit anzugeben. Klicken Sie dazu auf die Schaltfläche „Firmendaten“ und tragen dort Ihre Anschrift ein.

DER MESSVORGANG

Wie wird der Test durchgeführt?

Der Messvorgang ist sehr einfach:
Der Klient sitzt so bequem wie möglich und betrachtet im Abstand von 40 cm den Messbildschirm. Zur genaueren Einhaltung des Beobachtungsabstands kann der Kopf mit Hilfe einer Kinnstütze stabilisiert werden. Während des Messvorgangs erscheint auf dem Bildschirm für eine kurze Zeit ein Reiz, z.B. ein Buchstabe an einem Ort, der vom Klienten nicht vorhergesagt werden kann. Es ist die Aufgabe des Klienten diesen Reiz zu erkennen und dem Untersuchungspersonal verbal mitzuteilen. Die Natur des Reizes kann in den Testeinstellungen vorher gewählt werden: Einzelbuchstaben oder Landolt-Ringe. Der Untersucher gibt anschließend die Antwort auf der Tastatur des Computers von Hand ein, wodurch sogleich das Auftauchen des nächsten Reizes ausgelöst wird.

Anweisungen an den Klienten
Eine möglichst hohe Genauigkeit der Testergebnisse kann nur gewährleistet werden, wenn die Klienten in der Lage sind, ihren Blick während des Testvorgangs möglichst stabil und ruhig zu halten.

Da Menschen mit Verlust des fovealen Sehvermögens nicht im strengen Sinne fixieren können, ist es wichtig, dass sie vom Untersucher spezielle Anleitungen zur Kontrolle und Stabilisierung ihrer Blickrichtung bekommen. Das folgende Vorgehen hat sich dabei als hilfreich erwiesen:

Der Untersucher fragt: „Haben Sie eine Ahnung, wo die Mitte der kreisförmigen Monitorfläche (des „Wagenrades“) ist?“

Die Versuchspersonen beantworten diese Frage i.d.R. ausnahmslos mit „Ja“.

Untersucher: „Bitte richten Sie Ihren Blick auf diesen Mittelpunkt und halten Sie ihn dort so ruhig wie möglich.“
Jetzt kann mit dem Test begonnen werden.

Hinweis:
die Untersuchung mit dem Macular Mapping Test (MMT 2.0) kann eine augenärztliche Untersuchung nicht ersetzen.

Die Dokumentation

Der Testbericht für den Klienten

Die Untersuchung an 33 Orten im Gesichtsfeld dauert ca. 3 Minuten. Nach Abschluss beider Messungen (100% und 10% Kontrast) kann das Messprotokoll gespeichert oder ausgedruckt werden.

Beispielauswertung

Detaillierte Auswertung des Messergebnisses (Beispiel):

Das Messprotokoll zeigt das Untersuchungsergebnis der 100 % Kontrast-Messung (oben) und der Messung bei reduziertem Kontrast (10 %, unten). An Gesichtsfeldorten, wo ein Buchstabe korrekt identifiziert wurde, ist im Messprotokoll ein weißes Quadrat eingezeichnet. An Stellen, wo der Klient keinerlei Wahrnehmung hatte, ist ein schwarzes Quadrat eingezeichnet. Halb gefüllte Quadrate kennzeichnen Orte, wo eine Wahrnehmung möglich war, aber ein falscher Buchstabe erkannt wurde. In diesem Beispiel hat der Klient eine Gesamtleistung von 30,5 von max. 36 Score-Punkten erreicht. Nach Messwiederholung unter reduzierten Kontrastbedingungen wurde nur noch ein Ergebnis von 19/36 Score-Punkten erreicht. Zur Auswertung des Ergebnisses berechnet die Software das sog. General-Field-Score-Verhältnis (GFS-Verhältnis): GFS-Verhältnis = 10%-Score/100%-Score. In diesem Beispiel lautet das GFS-Verhältnis: 19/30,5 = 0,62. D.h. der Klient hat durch die Verringerung des Kontrastes nur noch 62 % seiner Maximalleistung (unter 100% Kontrast) erreicht.

Generell zeigt das GFS-Verhältnis eine Abhängigkeit vom Alter und ist zusammen mit dem Alter des Klienten in das nebenstehende Koordinatensystem eingetragen. Zusätzlich zeigt das Koordinatensystem den Verlauf einer Alterskurve. Unser Klient liegt deutlich unter der Alterskurve. Verluste vom y-Wert = 1,0 bis zur schwarzen Alterslinie können mit dem Alter erklärt werden und sind demnach „altersgemäß“, weitere Verluste sind mit dem Alter allein nicht mehr erklärbar. D.h. liegt bei einem Klienten der blaue Ergebnispunkt unter der Alterslinie, gilt er als auffällig. Dies bedeutet aber nicht automatisch, dass er an einer AMD etc. leidet. Weitere Gründe für Leistungsverluste können z.B. auch Katarakt oder andere Netzhauterkrankungen sein. Klienten, welche in diesem Messprogramm auffällig werden, sollten zur genaueren Abklärung an einen Augenarzt überwiesen werden.